Klausur des Kultur- und Schulausschusses:
Neuer Standort für Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum notwendig
Der Kreistag des Landkreises Esslingen ist mit seinen Ausschüssen in Klausur. Bei der Sitzung des Kultur- und Schulausschusses stand der Ausbau der Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) im Mittelpunkt. Vor dem Hintergrund steigender Schülerzahlen wird ein neuer, vierter Schulstandort unumgänglich.
Die Kreisverwaltung hat sich mit dem Kultur- und Schulausschuss im Kreistag mit den Herausforderungen steigender Schülerzahlen an den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) und der damit verbundenen Schulraumnot auseinandergesetzt. Ziel war es, die Kreistagsmitglieder über die Ausgangslage zu informieren und gemeinsam einen tragfähigen und zukunftsträchtigen Ansatz für eine bedarfsgerechte Schulraumplanung zu entwickeln.
Bei der Beratung wurde schnell klar, dass die bisherige Praxis der Nachverdichtung in den Schulgebäuden nicht mehr ausreicht, um die stetig steigenden Schülerzahlen an den bestehenden Standorten aufzufangen. Im Verlauf der Klausur wurde deutlich, dass mit dem geplanten Interimsstandort in Nürtingen zum kommenden Schuljahr eine zeitweise Entlastung der Standorte möglich wird, die stetig steigenden Schülerzahlen aber die Erschließung eines weiteren SBBZ-Standortes mittelfristig notwendig machen.
„Mit einem weiteren SBBZ-Standort sichern wir langfristig das qualitativ hochwertige pädagogische Angebot an allen unseren Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren. Die SBBZ in unserer Trägerschaft sind ein wesentlicher Bestandteil des Schulwesens in unserem Landkreis und bieten eine hervorragende sonderpädagogische Beratung, Bildung und Unterstützung für Kinder und Jugendliche mit Behinderung“, sagt Landrat Marcel Musolf.
Seit einigen Jahren steigen die Schülerzahlen an den SBBZ-Standorten im Landkreis massiv an. Den größten Anteil hieran haben die Förderschwerpunkte geistige und körperlich-motorische Entwicklung. Diesen Verlauf der Schülerzahlen hatte selbst das Statistische Landesamt bei seinen bisherigen Vorausrechnungen nicht in diesem Ausmaß prognostiziert und hat seine Prognosen erst mit der letzten Anpassung sprunghaft nach oben korrigiert.
Seit dem Schuljahr 2017/2018 sind die Schülerzahlen am Rohräckerschulzentrum Esslingen um 182 Schülerinnen und Schüler angestiegen, an der Verbundschule in Dettingen um 13 und an der Bodelschwinghschule in Nürtingen um 99. Vor allem im laufenden Schuljahr kam es dabei zu einem deutlichen Anstieg der Schülerzahlen. Zur Ermittlung der zukünftigen Flächenbedarfe wurde von den Schulleitungen, in Abstimmung mit dem staatlichen Schulamt und dem Regierungspräsidium, eine Hochrechnung der Schülerzahlen in den Bereichen geistige Entwicklung und körperlich-motorische Entwicklung erstellt. Insgesamt wird dabei bis zum Schuljahr 2033/2034 von einem weiteren Anstieg um 200 Schülerinnen und Schüler, also um rund 28 Prozent, ausgegangen. In Summe gilt es daher, für mehr als 400 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Bedarf Schulplätze zu schaffen.
Für die prognostizierten Schülerzahlen liegt inzwischen ein Raumprogramm des Regierungspräsidiums Stuttgart vor, das eine Grundstücksfläche von etwa 20.000 Quadratmetern für den entsprechenden Schulraumbedarf notwendig macht. Der Standort sollte dabei zentral im Landkreis gelegen sein, um die drei weiteren SBBZ gleichermaßen zu entlasten und idealerweise die Fahrwege der Schüler zu berücksichtigen.
Um ein entsprechendes Grundstück zu finden, hat die Kreisverwaltung bereits eine Immobilienrecherche betrieben. Unter anderem wurde von Seiten der Verwaltung eine Abfrage bei den Kommunen im Landkreis gestartet. Zudem werden eigene Potenziale überprüft. Ein entsprechendes Grundstück könnte sich in Nürtingen auf dem Säer befinden. Um die Geeignetheit des Grundstückes zu überprüfen, sollen nun erste Voruntersuchungen der Fläche angestoßen werden. Gleichzeitig sucht die Verwaltung weiter ergebnisoffen nach möglichen Alternativen.
In den kommenden Wochen finden weitere Klausurtagungen statt, dabei drehen sich die Themen in den Ausschüssen zum Beispiel um Mobilität, Finanzen, Sozialplanung und Gesundheit. Die Kreisräte unternehmen auch eine Rundfahrt durch den Landkreis zu verschiedenen Einrichtungen der Kreisverwaltung.